Denken an die Opfer von Kriegen, Gewalt und Terror am Volkstrauertag

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Beigeordneter Wolfgang Höfer sprach in Kettig bei den Namenstafeln am Kreuz – Zahlreiche Vereinsvertreter waren gekommen

Wenn auch der Männergesangverein diesmal nicht singen konnte, so waren doch viele Bürger und Bürgerinnen nach dem von Pater Chigozie Udibo gehaltenen Volkstrauer-Gottesdienst zum Friedhof gekommen, um sowohl den Toten aller Nationen beider Weltkriege als auch den Opfern von Gewalt und Terror zu gedenken.

Da sich Bürgermeister Peter Moskopp im Urlaub befindet, hielt Beigeordneter Wolfgang Höfer im Beisein zahlreicher Vereinsvertreter die Gedenkrede auch in seinem Sinne.

Als Jugendlicher konnte Höfer, so berichtet er, mit diesem Feiertag wenig anfangen. Der Krieg war zwar noch bekannt, aber selbst fühlte man sich sicher und er war doch immer so weit weg.

„Aber mit den Jahren musste ich feststellen, dass die Erinnerung immer wichtiger wurde. Krieg, Terror, Gewalt wurden nicht nur alltäglich, sondern kamen auch immer näher an uns heran. Und dann gab es erstmals wieder Krieg in Europa. Der Balkan- und dann auch der Afghanistan-Krieg begann und deutsche Soldaten waren nach dem 2. Weltkriegs erstmals wieder in einem Kampfeinsatz. Noch heute sind über 400 deutsche Soldaten im Kosovo stationiert, um der Zivilbevölkerung Sicherheit zu bringen. Insgesamt beteiligt sich die Bundeswehr zurzeit an 16 Auslandeseinsätzen, darunter in Mali, Afghanistan oder am Kap Horn im Kampf gegen den so genannten „Islamischen Staat“, berichtete Wolfgang Höfer, der auch auf den Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin im vergangenen Jahr hinwies, der den Terror nach Deutschland brachte.

„All diese Kriege und die entstandene schreckliche Gewalt zeigen doch wie wichtig dieser Tag der Erinnerung und des Gedenkens ist. Bei seiner bemerkenswerten Rede auf dem Friedhof vergaß Höfer auch nicht zu erwähnen, darüber nachzudenken, wie es zu Kriegen, zu Gewalt und Hass überhaupt kommen kann. Oft ist es der Kampf um knapper werdende Rohstoffe oder um Zugänge zu Wasser oder Nahrung, Hier haben die westlichen Industrienationen eine besondere Verantwortung, da gerade diese Staaten die Ressourcen dieser einen Erde überdurchschnittlich verbrauchen. Oft sind es aber auch religiöse oder ethnische Gründe, die zu Völkerkriegen führen. Zudem sind Menschen, die für sich keine Zukunft sehen, für radikale Gedanken empfänglich und säen mit ihren radikalen Parolen Gewalt und Terror “, erklärte der örtliche Beigeordnete.

„Umso wichtiger ist es, dass alle Menschen ob in Syrien, im Irak, im Jemen und anderswo eine Perspektive sehen. Nahrung, Bildung und Arbeit sind die wichtigsten Grundlagen, damit Kriege und somit auch entstehende Flüchtlingsströme verhindert werden“, gab Wolfgang Höfer in seiner Ansprache auf dem Kettiger Friedhof zu erkennen und wies darauf hin, dass wir alle zu einer friedvollen Entwicklung auf dieser Welt beitragen können.

Quelle: Mitteilungsblatt Weißenthurm, 47/17, Seite 17