In Eigenleistung entsteht auf dem ehemaligen Kreativspielplatz in Kettig ein Dirtbikepark

2016 Dirtbike Anlage

Ein „schmutziges“ Bike ist Sinnbild für eine kunstvolle und mutige Art Fahrrad zu fahren
Am Kettiger Bach entsteht eine abenteuerliche Dirt-Bike-Anlage
Fotos: cab

Kettig (cab) Die Funsportart „Dirt Jump oder auch Trail“ (deutsch: „Erdsprung“) ist eine besonders spannende und kurzweilige Variante des Radsports. Die Begriffe bezeichnen das Springen und das Befahren über ein hügeliges Gelände bzw. über Erdhügel, die verschieden geformt sind, mit einem BMX oder einem Dirt Bike (Mountainbike). Ziel eines Sprungs ist es, in der Luft einen Trick zu machen. Bestes Baumaterial für künstliche Hügel ist Lehm, da er fest und beständig ist und sich hervorragend formen lässt. Doch auch dann wenn normale „Erde“ entsprechend festgeklopft ist, können wunderbare Trails entstehen, die durchaus ein wenig Mut benötigen, jedoch viel Spaß machen.
Solche Jumps und Tablets, Doubles, Set-ups, Step-Downs und Tricks (alles englische Begriffe aus der Biker-Sprache), sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene möglich und werden auch am Kettiger Bach entsprechend verwendet.
Vor wenigen Tagen trafen sich auf Einladung des Bürgermeisters und per „whats app“ oder persönlichen Hinweisen bis zu 20 Kinder und Jugendliche von 10 bis 18 Jahren am Kettiger Bach, dort wo ehemals der Natur-Spielplatz „An der Pfütze“, kurz hinter der KiTa ein reizvolles Spielgelände bot. Sie halfen bei den entsprechenden Erarbeiten mit und probierten die ersten Sprünge aus.
Zur Freude von Bürgermeister Peter Moskopp und den anwesenden Sozialpädagoginnen Angela Just und Christina Helberg war Landschaftsgärtner Gunter Spiekermann aus Kettig mit seinem Kleinbagger bei der Arbeit engagiert, um solche Jump- und Rennstrecken mit abschließenden Tablets (Absprung-Schanzen) und Pump-Tracks (halbrund gestaltete Erdausformungen, in die man mit einem geländegängigen Rad „hineinspringt“ und kunstvoll herumfährt.
Einige Väter waren ebenfalls anwesend und staunten über die engagierte Mitarbeit der Jungs, die Bürgermeister Peter Moskopp und der Jugendarbeiterin Angela Just in die Hand versprochen hatten, dass sie noch mindestens bis zu Beginn der Sommerferien an der Gestaltung dieser „Dirt-Bike-Anlage“ tätig sein werden. „Als die Jugendlichen Tobias, Nico und Yannis mit dem Vorschlag der Errichtung einer solchen Anlage zu mir kamen, war ich zunächst ein wenig skeptisch. Doch ich signalisierte meine Zustimmung unter der Bedingung, dass sie sich selbst engagiert am Bau der Bahn beteiligen. Dies sagten mir die Jugendlichen zu und ich schlug ihnen vor, doch das Gelände am ehemaligen naturnahen Spielgelände am Kettiger Bach für die Gestaltung einer Dirt-Bike-Anlage zu verwenden. Insofern hatte dann auch der Gemeinderat keine Bedenken, zumal versicherungsrechtliche Fragen mit dem Gemeindeunfall-Versicherungverband geklärt werden konnten. Es soll nur ein Schild angebracht werden, dass die Anlage auf eigene Gefahr und natürlich nur mit einem Helm benutzt werden darf. Wie die drei initiativfreudigen Jugendlichen berichteten, werden sie in den kommenden Wochen nahezu jeden nur möglichen Tag nutzen, um diese Fläche am Kettiger Bach bis hinauf zu den Obstbäumen entsprechend zu gestalten.
Angela Just und Peter Moskopp waren erstaunt, dass am vergangenen Samstagmorgen bereits so viele Jungen (Mädchen sind leider nicht beteiligt) die noch unfertige Strecke mit ihren stabilen Gelände-Fahrrädern einige Tricks und rasanten Abfahrten ausprobierten und, jeweils nach ihren Möglichkeiten, auch bei den entsprechenden Tätigkeiten mithalfen. Doch die „Könner und Macher“ Tobias, Nico und Yannis sahen das alles eher unkompliziert und erklärten, dass die Jungs schon wüssten, welchen Schwierigkeitsgrad sie ohne größeres Risiko bewältigt werden kann.. Auch würden sie selbst täglich anwesend sein, um ein wachsames Auge auf das Geschehen zu haben.
Auch für die jüngeren Fahrradartisten bleibt immer noch genügend Arbeit, um jeden Tag ein wenig mehr an diesem tollen Parcours zu gestalten und ein richtig attraktives Gelände fertig zu stellen.
„Das wird natürlich nicht so gewaltig sein wie das in Mülheim-Kärlich. Das ist auch nicht beabsichtigt. Es wird eher ein Trial (Fahrrad-Geschicklichkeits-Test) für Kinder bis zu 14 Jahren werden, der zwar manche Schwierigkeit in sich birgt, dessen Bewältigung jedoch durchaus bewältigt werden kann. Und so sind mit Marcel (17), Fabian (18), Pascal (14) auch die jüngeren Fahrradartisten Robby (11), Philipp (13), Lukas (10), Simon (9), Patrice (10), Julian (10), Dennis (10) und Elias (8) einhellig der Meinung, dass dies eine tolle Idee war, am Kettiger Bach eine solch große und interessante Dirt-Bike-Anlage zu schaffen, die dann bis zu den Sommerferien ihre optimale Gestaltung finden wird. Mit Tobias, Nico und Yannis und weiteren Dirt-Bike-Enthusiasten jedenfalls Jungs am Werk, die nicht nur Ahnung von der Sache haben sondern sich auch künftig engagiert um die Anlage kümmern wollen.

Quelle: Mitteilungsblatt Weißenthurm 13/2016